Am 14. März soll im EU-Parlament ein Initiativbericht des Agrarausschuss abgestimmt werden, der als oberstes Ziel die Förderung der Biotechnologie in der europäischen Landwirtschaft beinhaltet. Dies stellt eine massive Bedrohung für eine möglichst gentechnikfreie Landbewirtschaftung dar.
Das angeführte Mail habe ich an alle öst. Abgeordenten im EU-Parlament geschickt. Nun bin ich gespannt auf (die) Antworten.
Betreff: Initiativbericht 2006/2059 (INI)
Sehr geehrte Frau Abgeordnete, Sehr geehrter Herr Abgeordneter!
Am 14. März soll im Europäischen Parlament der Initiativberichts über Biotechnologie (2006/2059 (INI)) abgestimmt werden. In diesem Bericht ist unter anderem die Rede davon
dass die Ausweitung des Anbaus von Gentechnik-Pflanzen auch im Hinblick auf das Lissabon-Ziel der Schaffung von 20 Mio. neuen Arbeitsplätzen zu sehen sei.
Eine Untersuchung des Lehrstuhls für Unternehmensführung in Oldenburg/ Deutschland zeigte dieses Jahr, dass in Deutschland derzeit weniger als 500 Menschen in der privatwirtschaftlich finanzierten Agro-Gentechnik arbeiten und dass es auch bei einer Ausweitung des Anbaus zu keinen neuen Arbeitsplätzen kommen werde.
- dass "die moderne Biotechnologie dazu beitragen kann, den Herausforderungen von Armut, Bevölkerungswachstum und sich wandelnden Umweltbedingungen in den Entwicklungsländern zu begegnen".
Das Gegenteil ist der Fall: In Indien bringen sich jedes Jahr tausende Bauern wegen Missernten im Gentechnik-Baumwollanbau um (siehe Bericht in der
Süddeutschen Zeitung
http://www.gene.ch/genpost/work/msg00208.html ).
- dass "das Genehmigungsverfahren zu langsam und bürokratisch ist, was dazu beiträgt, dass die Europäische Union hinter ihren weltweiten Konkurrenten zurückgeblieben ist".
Die "fortschrittlichen" nordamerikanischen Bauern werden dies als Hohn empfinden: Die Exportmärkte von Raps und Mais nach Europa brachen kurze Zeit nach der Einführung von Gentechnik-Pflanzen zusammen und gingen auf Null zurück.
1.: Die überwiegende Mehrheit der EU-Bürger lehnt Gentechnik-Nahrung ab.
Über diesen Willen der Bevölkerung wird bewusst hinweg gegangen und es wird gezeigt, dass die Grundsäule einer jeden demokratischen Verfassung
("Alles Recht geht vom Volke aus") nichts zählt.
2.:Die EU-Lebensmittelbehörde EFSA ist unter Dauerbeschuss gelangt:
Alle Zulassungsanträge - die übrigens von den Gentechnik-Konzernen selbst eingereicht werden - wurden bisher durchgewinkt und die EFSA bricht
selbst EU-Recht, indem sie keine Langzeitversuche über die gesundheitlichen Folgen von Gentechnik-Nahrung verlangt. Weltweit gibt es keinen einzigen solchen Langzeittest.
Wir Bauern und Bäuerinnen der Österreichischen Bergbbauernverienigung ÖBV-Via Campesina Austria sind äußerst besorgt darüber, wie Sie zu dieser Frage abstimmen werden. Bitte beantworten Sie deshalb unsere Fragen gewissenhaft und nehmen Sie dies zum Anlass über Ihre Entscheidung im Sinne von uns Bürgern und Bürgerinnen nachzudenken und persönlich die Verantwortung für die Folgen Ihrer Entscheidung zu übernehmen.
1. Wie viele Ihrer Wähler und Wählerinnen haben Sie dazu aufgefordert, die Zunahme von genetisch manipulierten Organismen (GVO) in der europäischen Landwirtschaft und Nahrung zu fördern und zu unterstützen?
2. Welche unabhängigen wissenschaftlichen Studien und Forschungsergebnisse kennen Sie, die zeigen
a) dass die europäische Wettbewerbsfähigkeit durch Biotechnologie verbessert wird?
b) welche mittel- und langfristigen Auswirkungen GVO auf andere Arten und Sorten, die Umwelt und die Gesundheit von Mensch und Tier haben?
3. Unterstützen Sie die Idee der „Ko-Existenz“ von gentechnisch veränderten und herkömmlichen Sorten?
4. Welche Beweise haben Sie dafür, dass GVO herkömmliche Sorten nicht verunreinigen und in ihren Eigenschaften verändern, in direktem und entfernteren Umfeld?
5. Welche Schritte empfehlen Sie Landwirten, deren Saatgut und Pflanzen durch GVO verunreinigt wurden? Welche vorbeugenden Maßnahmen können die Landwirte treffen? Und wer bezahlt ihnen den Mehraufwand von Kontrollen?
6. Werden Sie die Ablehnung des o.g. Antrags unterstützen?
7. Unterstützen Sie den Aufruf für ein 10 jähriges Gentechnik-Moratorium?
8. Sind Sie bereit persönlich die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass GVO in unsere Lebenssphäre freigesetzt werden?
9. Halten Sie die Zulassungspraxis von GVO durch die EFSA für konform mit dem Vorsorgeprinzip? (siehe auch www.eco-risk.at)
Danke im Vorraus für Ihre Antwort!