Rätsel: Buch
Bücher sind für mich etwas Wunderbares. Sie erzählen mir etwas über die Beschaffenheit der Welt, die ich nicht einmal auf dem Gipfel des höchsten Berges stehend überblicken könnte. Ich selbst liebe es, ein Buch zu entdecken, indem ich ein Buch oder über einen Autor rätsle.
Das möchte ich hier Ihnen bieten.
Für dieses erste Rätsel stelle ich vorerst einmal zwei Auszüge aus dem gesuchten Buch ein.
"Dieses Ereignis - die Entdeckung, dass ich musikalisch begabt war - wirkte sich auf meine Eltern nicht weniger durchgreifend aus als auf mich selbst. Ursprünglich hatten sie geplant, weitere Kinder zu bekommen. In Anbetracht meines Talents jedoch beschloss meine Mutter, dass es für sie und meinen Vater am besten sei, Aufmerksamkeit und Mittel ausschließlich auf mich zu konzentrieren. Also sparten sie sich die Miete für ein Klavier ebenso wie das Honorar für den besten lehrer der Gegend buchstäblich vom Munde ab. Als ich fünf war, spielte ich so gut, dass ich öffentlich auftreten konnte und dafür fünfundzwanzig Dollar erhielt: mein berufliches Debut. Alles sprach dafür, dass ich die Laufbahn eines Pianisten einschlagen würde, doch als ich sechs war, fuhr meine Mutte rmit mir nach Manhattan, um Janos Starker mit dem D-Dur-Konzert von Haydn zu hören, und auf der Heimfahrt bat ich sie, aufs Chello überwechseln zu dürfen. Das Klavier war zwar ein schönes Instrument, aber das Chello klang wie ein lebendiges, atmendes Tier mit Stimmbändern aus Bernstein."
Im gesuchten Buch gibt es auch einen Gerichtsfall, bei dem der Ich-Erzähler als Geschworener zu Gerichtsverhandlungen geladen ist, als Geschworener eines Mordfalles, der in einem Zen-Kloster statt fand. Dabei und dazwischen reflektiert er sein eigenes Leben, woraus er Einsichten gewinnt, die ihm zuvor verschlossen waren.
" ... Dass ich so viele Jahre, nachdem sich meine Karriere totgelaufen hatte, weiterübte, war nicht eine Frage der Disziplin und der Willenskraft, sondern es gab für mich einfach keine Alternative. Ich hatte von Kindesbeinen an das Etikett "außergewöhnlicher Künstler" getragen, hatte eine musikalische Technik entwickelt, die es mir gestattete, mich auf Weltklasseniveau auszudrücken, zu kommunizieren, und diese Möglichkeit wirkte nicht nur euphorisierend, sondern sie diente auch der Selbstdefinierung: Jener Zustand der musikalischen Emotion war das "Ich", an das buchstäblich jeder dachte, mit dem ich Kontakt hatte, wovon und mit dem ein jeder sprach. Auf andere Art zu kommunizieren oder eine Identität über mein musikalisches ICH hinaus zu erwerben, dazu fehlte mir die Erfahrung. Als ich meine Fähigkeit, zu musizieren, verlor, wurde ihre Wiedererlangung zu einer Frage von Leben und Tod. Denn was war mein Leben schließlich ohne Musik?"
Um welches Buch geht es?
Ich bin schon gespannt, wer es als erstes erraten wird.
Das möchte ich hier Ihnen bieten.
Für dieses erste Rätsel stelle ich vorerst einmal zwei Auszüge aus dem gesuchten Buch ein.
"Dieses Ereignis - die Entdeckung, dass ich musikalisch begabt war - wirkte sich auf meine Eltern nicht weniger durchgreifend aus als auf mich selbst. Ursprünglich hatten sie geplant, weitere Kinder zu bekommen. In Anbetracht meines Talents jedoch beschloss meine Mutter, dass es für sie und meinen Vater am besten sei, Aufmerksamkeit und Mittel ausschließlich auf mich zu konzentrieren. Also sparten sie sich die Miete für ein Klavier ebenso wie das Honorar für den besten lehrer der Gegend buchstäblich vom Munde ab. Als ich fünf war, spielte ich so gut, dass ich öffentlich auftreten konnte und dafür fünfundzwanzig Dollar erhielt: mein berufliches Debut. Alles sprach dafür, dass ich die Laufbahn eines Pianisten einschlagen würde, doch als ich sechs war, fuhr meine Mutte rmit mir nach Manhattan, um Janos Starker mit dem D-Dur-Konzert von Haydn zu hören, und auf der Heimfahrt bat ich sie, aufs Chello überwechseln zu dürfen. Das Klavier war zwar ein schönes Instrument, aber das Chello klang wie ein lebendiges, atmendes Tier mit Stimmbändern aus Bernstein."
Im gesuchten Buch gibt es auch einen Gerichtsfall, bei dem der Ich-Erzähler als Geschworener zu Gerichtsverhandlungen geladen ist, als Geschworener eines Mordfalles, der in einem Zen-Kloster statt fand. Dabei und dazwischen reflektiert er sein eigenes Leben, woraus er Einsichten gewinnt, die ihm zuvor verschlossen waren.
" ... Dass ich so viele Jahre, nachdem sich meine Karriere totgelaufen hatte, weiterübte, war nicht eine Frage der Disziplin und der Willenskraft, sondern es gab für mich einfach keine Alternative. Ich hatte von Kindesbeinen an das Etikett "außergewöhnlicher Künstler" getragen, hatte eine musikalische Technik entwickelt, die es mir gestattete, mich auf Weltklasseniveau auszudrücken, zu kommunizieren, und diese Möglichkeit wirkte nicht nur euphorisierend, sondern sie diente auch der Selbstdefinierung: Jener Zustand der musikalischen Emotion war das "Ich", an das buchstäblich jeder dachte, mit dem ich Kontakt hatte, wovon und mit dem ein jeder sprach. Auf andere Art zu kommunizieren oder eine Identität über mein musikalisches ICH hinaus zu erwerben, dazu fehlte mir die Erfahrung. Als ich meine Fähigkeit, zu musizieren, verlor, wurde ihre Wiedererlangung zu einer Frage von Leben und Tod. Denn was war mein Leben schließlich ohne Musik?"
Um welches Buch geht es?
Ich bin schon gespannt, wer es als erstes erraten wird.
rosenherz - 25. Aug, 15:39


