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Denkanstoss

Donnerstag, 26. März 2009

Heidis Welt

Heidi in den Bergen hatte tiefes Mitgefühl empfunden, als es beim Haus von Peters Großmutter einregnete. Heidi Klum hingegen scheint eine diebische Freude zu empfinden, die jungen Mädchen, die einen Beruf als Modell anstreben, im kalten Regen frieren zu sehen. Kaltes Wasser aus Düsen läuft über ihre Körper und die Mädchen sollen dabei nicht zeigen wie es ihnen wirklich unter dem saukalten Wasserstrahl ergeht, sondern ein sexy und aufreizendes Lächeln zeigen. "Hör auf zu zittern" fordert der Fotograf.
"Und jetzt noch ein schönes Gesicht", befiehlt Heidi Klum.

Ein Mädchen, das einfach alles mitmacht, wird als cool gelobt und gilt als interessant. Ein Leuchten in den Augen soll es geben, auch wenn das Mädchen noch so friert. Dann beklagt Heidi auch noch: "Ihr habt euch nicht mit Ruhm bekleckert. Ich habe Stunden gefroren, für euch waren es nur fünfzehn Minuten. Warum wart ihr an diesem Tag so unprofessionell?"

Kranke Modelwelt. Gut oder professionell gilt, was die Mädchen von ihrem tatsächlichen Gefühl abschneidet. Eine Scheinwelt mit kranken Auftraggebern und idiotischen Aufnahmen.

Die als Profession getarnte Lust von Heidi, der Auftraggeber und der Fotografen die Modelmädchen bei Aufnahmen zu quälen, das erinnert an die Lust von grausamen Folterern in Gefängnissen.
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Dienstag, 10. März 2009

Mathematik = Einbildungskraft

Nach einem Diskurs mit einem Wissenschaftler gelangte ich zu einem Gegenüberstehen der Mondrythmen mit der Naturwissenschaft. Auf der einen Seite, die Anhänger des Gärtnerns mit dem Mond, auf der anderen Seite, die Vertreter der Wissenschaft, der Biologie. (Der Zweig Biologie ist auf die Chemie aufgebaut und beschreibt die stofflichen Vorgänge in lebenden Organismen.)
Von Seiten der Wissenschafter kommt den Mondgärtnern der Vorwurf zu, die beobachtbaren Auswirkungen der Mondrythmen im Gartenbau, würden auf Einbildung beruhen. Nach dem Motto: Wers glaubt, bemerke Wirkungen. Oder wie gern zitiert wird, wer seine Pflänzchen liebt, phantasiere sich herbei, dass Radischen beispielsweise schneller keimen, größer wachsen oder länger haltbar seien im Kühlregal. Es stehen die zwei Pole Einbildung und Naturwissenschaft gegenüber, wobei die Ergebnisse der Naturwissenschaft als real und als objektiv nachprüfbar gelten, während das Eingebildete den Phantasmen zugerechnet wird.

Ich greife an dieser Stelle den Philosophen José Ortega y Gasset mit seiner Ansicht über Phantasmen auf. Er schreibt in seinem Buch "Signale unserer Zeit", dass die Welt, also dass was wir als wirkliche oder "äußere" Welt bezeichnen zu nennen pflegen, nicht die nackte, echte und ursprüngliche Welt ist, in die der Mensch sich versetzt sieht, sondern eine Interpretation, die er dieser Wirklichkeit gegeben hat, also eine Idee. Diese Idee hat sich zu einer Glaubensgewissheit verfestigt. An eine Idee glauben, heißt aber glauben, dass sie die Wirklichkeit ist, "das heißt, sie nicht mehr als die bloße Idee sehen.

Ortega y Gasset weiter: Es ist aber klar, das diese Glaubensgewissheiten anfänglich nichts mehr als Einfälle und Vorstellungen oder Ideen waren. Sie traten eines schönes Tages als Werk der Einbildungskraft eines Menschen hervor, der sich in sich selbst versenkte und für einen Augenblick die äußere Welt unbeachtet ließ.

Dazu sei gesagt, dass Ortega davon spricht, um eine Idee zu entwickeln oder aufzugreifen, sich dabei der Mensch von seiner realen äußeren Welt in sein Inneres, eine imaginäre, eine eingebildete Welt absondert. Um die echte und ursprüngliche Wirklichkeit zu finden, müssten wir alle Glaubensgewissheiten von heute und von anderen Zeiten aufgeben, die nichts anderes als von Menschen erdachte Interpretationen dessen sind, was er im Leben in sich selbst und in seiner Umwelt vorfindet. Vor aller Interpretation ist die Erde nicht einmal ein Ding, weil Ding schon ein Bild des Seins ist, das von unserem Geist entworfen wurde, um sich jene ursprüngliche Welt zu erklären, die er vor seinen Füßen vorfindet.

Die Frage, die Ortega y Gasset dem Leser vorlegt, geht dahin, wie er ganz genau, und ohne unklare und unbestimmte Ausdrücke zu gebrauchen, die geistige Haltung des Physikers oder des Mathematikers bestimmen will, wenn dieser die Wahrheiten seiner Wissenschaft sich ausdenkt. Oder anders ausgedrückt: Was ist für den Physiker oder Mathematiker seine Welt, die Welt der Physik oder die Welt der Mathematik? Ist sie für ihn die Wirklichkeit? Offenbar nicht. Seine Ideen scheinen ihm die Wahrheit zu sein, aber das ist eine Kennzeichnung, die den Charakter, bloße Denkergebnisse zu sein, unterstreicht."

Die Phantasie steht im Ruf, die Närrin des Hauses zu sein. Aber was ist die Wissenschaft anderes als Phantasie? Der mathematische Punkt, das geometrische Dreieck, das physikalische Atom besäßen nicht die exakten Qualitäten, durch die sie bestimmt werden, wenn sie nicht reine geistige Konstruktionen wären. Wenn wir ihnen in der Wirklichkeit begegnen wollen, das heißt im Wahrnehmbaren und nicht im Eingebildeten, müssen wir uns notgedrungen des Maßes bedienen, und damit verringert sich inspo facto ihre absolute Genauigkeit, und sie verwandelt sich in ein unvermeidliches "ein mehr oder weniger".

Was wir Wirklichkeit oder die äußere Welt zu nennen pflegen, ist noch nicht die ursprüngliche und von jeder menschlichen Ausdeutung freie Wirklichkeit, sondern das, von dem wir glauben, das es die Wirklichkeit sei. Die Wissenschaften sind Wunder in ihren eigenen Rahmen und Inhalten, wenn man sich aber auf Herz und Gewissen befragt, was die Wissenschaft, als Beschäftigung des Menschen, gegenüber der Philosophie, der Religion, der Lebensweisheit usw. ist, so begegnet man den unklarsten Vorstellungen und Begriffen.

Wenn der Mensch sich um Erkenntnis bemüht, wenn er Naturwissenschaft treibt, so tut er dies ohne Zweifel darum, weil er eines schönen Tages entdeckt, dass er sich über Dinge, die ihm wichtig sind, im Zweifel befindet und er in der Gewissheit leben möchte. Wer nicht zweifelt, braucht kein Bemühen um Erkenntnis in Bewegung setzen. Dieses entsteht aus dem Zweifel. - Der Mann der Wissenschaft muss ständig bemüht sein, an seinen eigenen Wahrheiten zu zweifeln.

Die kursiv gesetzten Stellen sind Zitate aus Ortega y Gassets Aufsätzen "Die Undankbarkeit des Menschen und die nackte Wirklichkeit" und "Das Schatzhaus der Irrtümer".
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Samstag, 16. Juni 2007

Frauenzimmer am Ende!

Frauenzimmer am Ende! Eine der letzten Frauenbuchhandlungen im deutschsprachigen Raum stirbt.

Diese Woche bis zum Samstag, 23. Juni 2007, könnt Ihr noch Bücher kaufen. Damit helft Ihr den Frauen der Buchhandlung, die Liquidationskosten zu verringern.

Die großen Buchketten und Versandhäuser haben es wieder einmal geschafft. Ich bedauere das unendlich! Und bin unendlich wütend, dass wir sie nicht retten konnten!

Bitte, Frauen und Männer, kauft diese Woche noch soviel Bücher, wie Ihr tragen könnt, dort ein:
Buchhandlung Frauenzimmer, 1070 Wien, Zieglergasse/Ecke Seidengasse

Bitte verbreitet diese Nachricht raschest weiter!
AUF - Eine Frauenzeitschrift
und Rosenherz
412 mal gelesen

Samstag, 13. Januar 2007

Ein Moment zum Nachdenken

Rotwangige Äpfel wachsen auf sonnenbeschienen Bäumen - Briefe auf Papier.
563 mal gelesen

Freitag, 5. Januar 2007

Ein Moment zum Nachdenken - Der Moment als Bedeutsamkeit

Yehudi Menuhin: "Ich sitze hier in Cleveland; und diesmal wird mir klar, dass sich etwas verändert hat. da ich nur mehr alle vier oder fünf Jahre hierherkomme, muss ich mir jetzt über die Möglichkeit Gedanken machen, dass ich nie mehr wiederkomme. Zumindest nicht als Geiger. Vielleicht sogar überhaupt nie wieder. Solche Überlegungen schärfen den Geist. Und gewiss geben sie der Zwiesprache mit dem Publikum eine besondere Färbung. Und im Publikum sitzen schließlich auch viele Leute, die mich schon seit über einem halben Jahrhundert kennen. So gewinnt mein Konzert eine besondere Qualität: Es ist etwas darin, das jede Einzelheit, Klang, Geste, Tonfarbe, ja die ganze Interpretation ein wenig bedeutsamer und kostbarer macht.
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Samstag, 30. Dezember 2006

Ein Moment zum Nachdenken - Zukunftsprognosen

Was sein wird, wird sein - besingt ein bekannter Oldie. Zum Jahreswechsel werden gerne Jahreshoroskope gelesen, Blei gegossen oder Prognosen zitiert. Nahezu alle Zukunftsprognosen wurden bisher von Männern erstellt, was die Frage aufwirft, wieso Frauen trotz Genderregelung nicht zum Zug kommen. Eine Studie über die Trefferquote von Prognosen ergab: "80 Prozent der Zukunftsprognosen treffen nicht ein."

Ist das jetzt gut? Für wen? Wie anders würden Prognosen lauten, wenn sie von Frauen erstellt würden? Wenn Negativ-Prognosen nicht eintreffen, haben sie dann ihre Aufgabe, eine Kursänderung herbeizuführen, erfüllt?

Meine Großmutter pflegte zu sagen, wenn ich als Kind fröhlich durch die Gegend lief und viel lachte, am nächsten Tag würde ich weinen. Oft traf das dann tatsächlich zu. Ein Onkel meinte, als ich zwölf Jahre alt war und bei seiner Hochzeit tanzte, ich würde ein hervorragende Tänzerin werden. Das traf bis heute nicht ein.
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Donnerstag, 28. Dezember 2006

Ein Moment zum Nachdenken - Sexuelle Begegnung

Eine sexuelle Begegnung zwischen zwei Menschen kann eine höchst intensive Form der Begegnung sein. Die körperliche Vereinigung, die das Gefühl des Getrenntseins überwinden vermag, kann bis auf einen spirituelle Ebene hinaufreichen. Und auch die "Früchte" einer solchen Vereinigung können sowohl körperlich wie auch seelisch und geistig sein.
Sexualität ist nicht nur einer der menschlichen Naturtriebe, sie ist gleichzeitig ein Dialog, eine Begegnung, eine Wahrnehmung.


(c) B. Maris

Wieso zitiere ich diesen Eintrag? Welchen Bezug habe ich zum Thema? Schleier lüften sich. Weihnachten scheint mir einen schützenden Vorhang gebildet zu haben, der sich nach den Feiertagen hob. Kaum sind die Feierlichkeiten vorbei, öffnen sich die Schleusen meiner Gefühlswelt. Silvester rückt näher. Das die letzten Tage des Jahres verabschieden sich mit Rückblicken - aufs vergangene Jahr; auf eine ersehnte und erlebte Begegnung mit einem Twodayer; auf gute Küsse und einen schmerzhaften Abschied; auf Briefe und auf unbeantwortet gebliebene Mails; auf Verletzungen, die ich mir selbst oder anderen zugefügt habe; auf Anfänge und Schlussstriche; auf schöne und auf schmerzliche Sexualkontakte.

Schmerzhaft die Erkenntnis, die schönen Gefühle zeigte ich gerne, meine verletzten sperrte ich weg, um mich vor neuerlichen Verletzungen zu schützen. Der Vorhang hat sich geöffnet und gibt weggesperrte frei. Es sind viele und sie brennen in der Seele und brennen in den Augenwinkeln, aus denen meine Tränen fließen.
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