... Hektar Braugerste braucht es für 100.000 Seidln Bier?
rosenherz - 15. Jan, 16:42
Handgestrickte Socken - ich finde sie wunderbar. Vor allem wenn sie mit feiner Wolle und dünnen Nadeln gestrickt sind. Solch feine Socken lassen sich gut in Straßenschuhen anziehen, sie tragen kaum auf und wärmen trotzdem gut. Zudem sehen sie chick aus, wenn die Farben abgestimmt sind auf die restliche Kleidung.
An Weihnachten 2007 wollte ich etliche Menschen aus meinem Familienkreis und dem Freundeskreis mit Handgestrickten beschenken. Aber dazu musste ich rechtzeitig Planen. Rechtzeitig beginnen, also spätestens im frühen Herbst. Mitte September holte ich das Nadelspiel hervor, Wolle hatte ich noch am Lager und schon konnte es losgehen. Das erste Paar sollte Schuhgröße 44 werden.
Mit meiner Einschätzung klappte es auch, es sind wirklich Socken der Größe 44 geworden, obwohl ich dazu niemals ein Zentimeterband verwende. Früher strickte ich noch haargenau nach den Angaben in der Anleitung von Strickheften und nach dem Maßband. Jetzt verlasse ich mich auf Augenmaß und Fingespitzengefühl. Das perfekte Zusammenspiel von Wollart, Fadenstärke, Nadeldicke, Musterung und Größe des Strickwerkes ist eine Kunst, die Erfahrung und Fingerspitzengefühl verlangt. Sie entwickeln sich am Tun selbst.
Eingepackt in einen orangefarbenen Karton, in dem das Sockenpaar exakt hineinpasste, überreichte ich das Geschenk zu Weihnachten meinem Schwiegervater. Ich wusste, dass er die Vorzüge handgestrickter Socken zu schätzen weiß. Vor weiß Gott wievielen Jahren hatte ich ihm einmal ein solches Paar zum Geburtstag geschenkt gehabt. Er hatte es all die Jahre sorgsam gepflegt. Alte Leute haben manchmal die Angewohnheit, neue Dinge vorerst aufzubewahren, bevor sie sie verwenden. Mein Schwiegervater zog die Socken regelmäßig an, statt sie im hintersten Winkel der Sockenlade verstauben zu lassen. Ich denke, er hat sie geschätzt.
Dass er sich über das neuerliche Paar freut, war ihm anzusehen. Er lächelte nicht nur mit dem Mund, sondern strahlte übers ganze Gesicht, als er es auspackte. Ein paar Tage später, es war noch vor Silvester, erzählte er mir: "Ich habe die Socken schon an." Er hob das Hosenbein ein wenig hoch und ließ das Bündchen der Socken hervorblitzen, das ich augenblicklich als mein Werk wiedererkannte.
Aber vielleicht waren es weniger die Socken an sich, über die er sich freut, sondern viel mehr der Umstand, dass ich sie persönlich für ihn gestrickt habe.
rosenherz - 15. Jan, 12:28