Ich habe einen Kuss
bei dir gelassen.
Habe ihn zum Abschied
in der Wohnung
an deine Garderobe gehängt,
an deinen Mund,
ohne dafür einen Haken zu brauchen.
Ich habe
ihn als geschmeidiges Kleid
an deine Lippen gehängt,
als wärmenden Mantel
um deinen Mund geschwungen,
als schimmernden Samt
deinem Antlitz geschenkt.
Du hast meinen Kuss
im Vorzimmer gefunden
ohne ihn gesucht zu haben.
(c) Rosenherz
rosenherz - 20. Dez, 23:05
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"Programmieren ist wie Küssen: Man kann darüber reden, man kann es beschreiben, aber man weiß erst was es bedeutet, wenn man es getan hat." - Andrée Beaulieu-Green
rosenherz - 20. Dez, 22:05
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Vielleicht bist du mehr
als eine Verlockung.
Mehr als das lockende Balzen,
das aus dem Unterholz
unserer Unterhaltung dringt
und mich zu dir ruft,
wie das Wasser zur Wurzel.
Lockst mich unter Moospolster,
die das ganze Jahr
feucht an den Ziegeln kleben,
die mein Haus schützen,
beschützen vor dem Einregnen.
Du Meer süßer Verlockung
stürmischer Nächte,
die den Wind träumen hören
vom Spiel mit deinen Haaren am Haupt,
ich bin Dein.
(c) Rosenherz
rosenherz - 20. Dez, 13:54
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Ein Kuss wirkt auf den Organismus so gesundend wie 100 Meter Joggen.
Insgesamt 29 Muskeln werden beim Küssen beansprucht, besonders aber der "musculus orbicularis oris", der den Mund in O-Stellung hält.
Beim Küssen setzt die Nebenniere Adrenalin frei, die Bauchspeicheldrüse produziert Insulin und das Immunsystem schickt Abwehrzellen durchs Blut, die Schadstoffe eliminieren.
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Küssende Menschen tun also aktiv etwas für ihre Gesundheit. Angesichts dieser wissenschaftlich belegten Tatsache, wäre das Küssen eine humane Methode, mit der auch die marode Krankenkasse ihr Budget langfristig sanieren kann. Also auf zum Küssen.
Jetzt bleibt noch die Frage zu klären, wirken virtuell ausgetauschte Küsse ähnlich?
(c) Rosenherz
rosenherz - 20. Dez, 13:23
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Küssen verboten:Hauptschul-Direktor spricht sich gegen Zärtlichkeit aus
(diepresse.com) 12.12.2006
An der Sporthauptschule Scheibbs ist küssen, umarmen oder ein Bussi auf die Wange zu geben, nicht nur verpönt sondern verboten. Der Direktor verhängte strenge Regeln.
Auf dem gesamten Gelände der Sporthauptschule Scheibbs in Niederösterreich ist Küssen verboten. Aber nicht nur das: Die Schüler dürfen sich auch weder umarmen noch ein Busserl auf die Wange drücken, wie die Tageszeitung "Kurier" berichtet.
"Mir geht es darum, ob die Schule der richtige Platz ist für solch ein intimes Verhalten ist,“ gibt Andreas Handl, der Direktor, als Grund für die strikte Regelung an der Hauptschule an. Er verweist darauf, dass sich die Lehrer in der Schule auch nicht küssen. Die Schüler finden das Verbot unfair, auch die Eltern stehen nicht geschlossen hinter dem Direktor. Gerüchteweise soll es für zärtliche Schülern sogar einen Verweis geben. Das dementiert der Direktor aber - eine solche Maßnahme sei undenkbar.
Der Bezirksschulinspektor ist über das Verbot informiert und erklärt, dass die Klassenvorstände mit den Schülern über die Regelung gesprochen hätten. Vor dem Verbot sollen sich Schüler schon zur Begrüßung am Morgen Küsse auf den Mund gegeben haben - der Schule dürften die Zärtlichkeiten der Jugendlichen zu viel geworden sein. „Wenn es Auswüchse gibt, gibt es eine Schulpartnerschaft, um das zu diskutieren“, so der Bezirksschulinspektor zum Kurier. Er werde noch diese Woche in die Schule schauen um zu erfahren, wie sich die Sache entwickelt. (Red.)
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Chris Neuhold, Chef Redakteur bei NEWS, sagt dazu: "Wertes Lehrpersonal aus Scheibbs: Sie sollten selbst mehr küssen. Das macht sie sicherlich sympathischer und sorgt dank der positiven Glückshormone, die dabei freigesetzt werden, in den Gehirnen vielleicht für jene chemische Konstellation die ihnen hilft, den Schulalltag positiv zu gestalten."
rosenherz - 20. Dez, 03:12
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Gentechnik in der Landwirtschaft – eine Patentlösung gegen wirtschaftliche und soziale Probleme der LandwirtInnen und der Armen dieser Welt? Die „Life Science“ -Konzerne versprechen damit den Durchbruch gegen Hunger und Mangelernährung. Stehen also Gentechnik-KritikerInnen der Hungerbekämpfung im Wege?
Eines muss klar sein: Der Anbau von genmanipulierten (GM) Pflanzen braucht Voraussetzungen wie die Grüne Revolution: Abschied von traditionellem Saatgut, Monokulturen, intensiven Chemie-Einsatz, intensive Bewässerung. Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich diese Bedingungen sowohl negativ auf die Existenz der Kleinbäuerinnen und –bauern als auch auf die Umwelt, insbesondere die Grundlage der Welternährung, die agrobiologische Vielfalt, auswirkten. Die Folgen waren u.a. erneute Armut und Mangelernährung, insbesondere bei Frauen. Traditionelles Wissen und Saatgut, zum Großteil von Frauen über Jahrhunderte hinweg in kreativer Kulturarbeit entwickelt, wurden verdrängt. Nahrung, die Frauen für ihre Familien anbauten, herstellten und sammelten, ging verloren.
Von der Anwendung der Gentechnologie in der Landwirtschaft muss eine Fortsetzung dieser Probleme befürchtet werden. Zudem wird GM-Saatgut von Großkonzernen produziert, patentiert und nach den Regeln der Gewinnmaximierung vertrieben. Für die AnwenderInnen im Süden wie im Norden bedeutet das Mehrkosten, Abhängigkeit von der Industrie und Einschränkungen in ihrer gewohnten Nutzung und Weiterentwicklung der biologischen Vielfalt.
Neben Umweltverschmutzung durch Agrochemikalien und der zunehmenden Bewässerungsproblematik bringen GM-Pflanzen zusätzlich die Gefahr der genetischen Kontamination der Umgebung mit sich. Wieder sind Vielfalt an Pflanzensorten und die Landwirtschaft der Kleinbäuerinnen und –bauern gefährdet. Eine Studie im Auftrag des Umweltressorts des Landes Oberösterreich und des Bundesministeriums für soziale Sicherheit und Generationen ergab im Mai 2002, dass es keine GM-freie Zonen, die kleiner als Österreich sind, geben kann. Denn bei einer Anwendung von GM-Saatgut in Österreich könnte infolge der festgestellten Reichweite des Pollenflugs und der dementsprechenden Kontaminationsgefahr kein landwirtschaftlicher Betrieb in Österreich mehr GM-Freiheit derselben Pflanzenart garantieren könnte. Biolandbau wäre somit nicht mehr möglich.
Der überwiegende Großteil der bisher angebauten GM-Pflanzen besteht aus ökologisch äußerst bedenklichen herbizidresistenten Pflanzen. Einen kleineren Teil machen Pflanzen mit einem Bakterien-Gen für ein natürliches Insektizid aus. Sie sind ebenfalls problematisch, nicht nur, weil dieses Insektizid nun in Nahrungsmitteln enthalten ist, sondern auch, weil sie nützliche Insekten töten und zu Resistenzen von Schädlingen führen. Ebenso gefährden sie den moderaten nachhaltigen Einsatz der Bakterien im Biolandbau. Diese beiden großen GM-Pflanzengruppen tragen nichts zur globalen Ernährungssicherung bei, im Gegenteil, wie das Beispiel Argentinien zeigt:
In den letzten zehn Jahren stieg Argentiniens Anteil an herbizidresistentem GM-Soja auf über 99% der argentinischen Soja-Produktion. In einer Studie vom Jänner 2005 dokumentiert Charles Benbrook nicht nur besorgniserregende ökologische Auswirkungen durch neue Waldrodungen und enormen Verbrauch an Agrochemikalien, sondern auch eine gravierende Ausbreitung des Hungers infolge dieses rasanten Anstiegs. Von 1996 bis 2004 stieg die angewendete Gesamtmenge am umweltschädlichen Breitbandherbizid Glyphosat („Roundup“) auf das 56-Fache. Die zunehmenden Resistenzen von Wildpflanzen gegen das Herbizid führten zur Erhöhung der Giftdosis um 58% pro ha. Die Böden verarmten an Nährstoffen, die bakterielle Stickstoff-Fixierung wurde gestört. Beides bewirkte einen erhöhten Befall durch Schädlinge und Krankheiten und einen geringeren Proteingehalt der Sojabohnen.
Das argentinische Soja wird zu 91% für den Export produziert . Seit 1996 wurde dafür die Sojaanbaufläche nicht nur durch Rodungen um das Äquivalent der Fläche Österreichs erweitert. Die Anbauflächen für Argentiniens Ernährung wurden dementsprechend reduziert – für Weizen, Mais, Sonnenblumen und Hirse um 25%, für Reis, Bohnen, Hafer und Baumwolle um 7%, für Heu und Weideland um 27%. Auch die Produktion von Fleisch, Milch und Eiern ging zurück. KleinbäuerInnen verloren ihre Existenz und wurden in die Armut gedrängt. Ergebnis: Im Zeitraum der größten Ausdehnung der GM-Soja-Produktion zwischen 1996 und 2002 hat sich die Anzahl der ArgentinierInnen ohne Zugriff auf Grundnahrungsmittel mehr als verdoppelt, und zwar von 3,7 auf 8.7 Millionen! Gentechnik als Beitrag zum Hunger also.
Der so genannte „Golden Rice“ – golden farbiger GM-Reis mit Provitamin A in den polierten Körnern – geht anders am Problem des Hungers vorbei. Propagiert wird er als Mittel zur Bekämpfung von Vitamin A-Mangel in Ländern, in denen Reis das Grundnahrungsmittel ist. Doch Vitamin A-Mangel ist nur ein kleiner Teil eines Verteilungsproblems, das die Grüne Revolution mitverursacht hat. „Golden Rice“ könnte bestenfalls punktuell und minimal zur Linderung von Vitamin A-Mangel bei Menschen, denen noch viel mehr an Nährstoffen fehlt, beitragen. Sein Einsatz ist aber mit einer Reihe von Risiken – auch gesundheitlicher – verbunden, und ob er die Mangelernährten je erreichen kann, ist höchst fraglich. Er würde sogar umfassende nachhaltige Lösungswege auf der Basis von Empowerment und kleinbäuerlicher Landwirtschaft, die zu einer insgesamt ausgewogenen Ernährung führen können, verhindern, also Armut, Hunger und Abhängigkeit perpetuieren.
Selbst im El Dorado des GM-Saatgut, in den USA mit seinen GM-Subventionen in Milliardenhöhe, regen sich kritische Stimmen auf höchster Ebene. Ein Bericht des US Department of Agriculture (USDA) vom Juli 2002 entlarvte die angeblichen ökonomischen Vorteile von GM-Saatgut als Mythos. Das USDA fand im allgemeinen enttäuschende agronomische Leistungen, Störungen anderer als der angepriesenen Aspekte der Pflanzenfunktion, bei GM-Soja sogar eine Verringerung des tatsächlichen Ertragspotentials gegenüber konventionellem Soja-Saatgut. Die meisten der ökonomischen Behauptungen stellten sich als falsch oder zweifelhaft heraus. Dass die FarmerInnen trotzdem von den wirtschaftlichen Vorteilen überzeugt waren, führte das USDA auf den enormen Marketing- und Werbe-Druck zurück.
Gentechnik in der Landwirtschaft ist also eine aufwändige und vielfältig riskante Hochtechnologie in der Hand von Großkonzernen mit Monopolambitionen am Nahrungsmarkt. Noch ist viel zu wenig darüber bekannt, um die ökologischen, gesundheitlichen und sozio-ökonomischen Auswirkungen in vollem Ausmaß abschätzen zu können, jedoch genug, um bereits vor etlichen negativen Auswirkungen zu warnen. Sicher ist auch, dass GM-Saatgut den idealen Bedingungen der industriellen Landwirtschaft und nicht denen der kleinen, schon gar nicht der bergbäuerlichen Betriebe angepasst ist. Aber gerade die vielfältige und höchst produktive kleinbäuerliche Landwirtschaft wäre ein Weg aus dem Teufelskreis von Armut, Mangelernährung, abnehmender Sortenvielfalt und „BäuerInnen-Sterben“. Dort wären Forschungsgelder sinnvoller angelegt als für Jahrzehnte lange Gentech-Forschung wie im Falle des „Golden Rice“.
(c) Eva Lachkovics
rosenherz - 20. Dez, 00:48
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Wären Lebewesen so simpel, wie die Gentechindustrie behauptet,
dann wären gentechnisch veränderte Pflanzen kein Problem.
In den letzten Jahren hat sich immer deutlicher gezeigt, dass das simple Verständnis des Erbguts als Baukastensystem revidiert werden muss. Das derzeit in der Wissenschaft noch bestehende Dogma, einzelne Gene könnten über die Artengrenze hinweg verschoben werden und behielten dabei ihre Funktion unverändert bei, basiert auf falschen Vorstellungen. Gene sind keine Legobausteine: Sie sind ambivalent und dynamisch, kommunizieren und interagieren mit andern Genen und Molekülen und unterliegen komplexen Regulationsmechanismen. Dabei spielt auch die so genannte Epigenetik eine weitaus grössere Rolle als lange Zeit angenommen. Die Epigenetik ist ein "übergeordnetes" Informationssystem. Mit Hilfe dieses Systems kann die Zelle die Aktivität der Gene regulieren; sie kann Gene an- oder abschalten oder sie gar verändern. "Die heutigen Produkte der Gentechnik sind auf dem Niveau einer Dinosauriertechnologie". So die Einschätzung des Molekularbiologen Cesare Gessler von der ETH Zürich. "Wir benutzen artfremde Gene; wissen nicht, wo im Genom diese eingebaut sind oder was sonst in der ganzen Kette vom Gen bis zum Protein verändert wird. Wir wissen nicht, in welche Regulationszusammenhänge wir eingreifen", meint der Pflanzenexperte. Weil noch so viele offene Fragen bestehen, hält es Gessler für falsch, die heutigen transgenen Pflanzen freizusetzen. Das sei auch noch nicht nötig, denn vorgängig brauche es noch sehr viel Forschung im Gewächshaus: «Erst wenn alles funktioniert und wir alles getestet haben, können wir etwas aufs Feld bringen. Soweit sind wir noch lange nicht", ist Gessler überzeugt. Er plädiert dafür, das große genetische Wissen für das so genannte Marker Assisted Breeding zu verwenden, also zur Verwendung von Genmarkern bei der konventionellen Züchtung. So könne schneller und präziser gezüchtet werden. Er selbst verwendet diese Technik zur Apfelzüchtung. Die gentechnische Übertragung arteigener Gene hält sich Gessler als Zukunftsvision offen.
Auch der Molekulargenetiker Marcello Buiatti von der Uni Florenz betont, dass die Wissenschaft bei der Erforschung epigenetischer Mechanismen am Anfang stehe. Epigenetische Veränderungen spielten bei Pflanzen eine noch viel grössere Rolle als bei Tieren oder Menschen, meint Buiatti: "Verschiedene Zellen einer Pflanze haben beispielsweise nicht notwendigerweise - so wie es normalerweise bei den Tieren der Fall ist - denselben Genotyp, das heisst die selben Gene. Gewebe in ein und derselben Pflanze haben unterschiedlich viele Chromosomen, tragen unterschiedlich mutierte Gene und weisen häufig auch noch verschiedene Varianten der selben Gene auf. So können Pflanzen zu jedem Zeitpunkt ihres Lebens und unter verschiedenen Umweltbedingungen die gerade vorteilhafte Variante auswählen; ihr Reservoir an Varianten ist viel grösser als das von Tieren." Das mache gentechnische Veränderungen bei Pflanzen noch unberechenbarer.
Bisher gibt es kaum Studien zu den unerwünschten Auswirkungen epigenetischer Veränderungen. Das erstaunt den Molekularbiologen Gilles-Eric Seralini von der Uni Caen, in Frankreich, nicht. Seralini gehört unter anderem zwei französischen Regierungskommissionen zur Risikobewertung gentechnisch veränderter Pflanzen an. Er sagt, dass zur Herstellung von gentechnisch veränderten Pflanzen viele Versuche unternommen werden müssten, und nur bei ganz wenigen funktioniere die Genübertragung auch. Etwa 98 Prozent aller transgenen Pflanzen funktionierten nicht, aus vielerlei Gründen. Diese würden einfach weggeworfen und nicht weiter untersucht. «Man findet also sehr wenige Studien zum Thema. Deshalb sollten wir uns bewusst sein, dass die Untersuchungen zur Zusammensetzung gentechnisch veränderter Organismen bei weitem nicht ausreichen, um die Toxizität oder irgendwelche unerwarteten Effekte solcher Pflanzen vorhersagen zu können.» Seralini weist auf ein weiteres Problem hin: Fast hundert Prozent aller gentechnisch veränderten Pflanzen tolerieren Herbizide oder produzieren Pestizide. Und es ist ein einziges Herbizid - Roundup Ready von Monsanto - gegen das 75 bis 80 Prozent all dieser Pflanzen resistent gemacht wurden. Das Herbizid sei nicht harmlos: «Wir konnten in unserm Labor zeigen, dass menschliche Plazentazellen sehr empfindlich auf Roundup Ready reagieren, selbst bei niedrigerer Konzentration als in der landwirtschaftlichen Anwendung. Dies könnte Fehl- und Frühgeburten bei nordamerikanischen Bäuerinnen erklären. Wir haben auch andere Auswirkungen festgestellt.» Seralini schlägt vor, dass GVO ebenso wie Pestizide auf ihre Toxidität hin geprüft werden sollten. «Ich meine, es ist idiotisch, den Menschen während des ganzen Lebens GVO zu geben, während nicht einmal Toxiditätstests für drei Monate vorgeschrieben sind."
(c) Florianne Koechlin
rosenherz - 20. Dez, 00:39
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Ist der freie Zugang zu Saatgut ein Spielball der Globalisierung?
Saatgut steht am Beginn jeder Nahrungskette. Als Produkt vieler vorangehender Pflanzengenerationen und mit spezifischen Eigenschaften ausgestattet, verkörpert Saatgut eine besondere Technik der Pflanzenkultivierung, der Selektion und Pflege. Seit mehreren Jahrzehnten kämpfen nationale und internationale Unternehmen darum, Saatgut unter eigene Kontrolle zu bringen. Als wichtigstes Glied in der Nahrungsproduktion kann, wer Saatgut kontrolliert, auch die Kontrolle über die Grundlagen der Nahrungsproduktion ganzer Gesellschaften ausüben.
In einer aktuellen Analyse des weltweiten Saatgutsektors zeigte im September 2005 eine kanadische NGO mit welch beträchtlicher Geschwindigkeit sich weltweit die Konzentration von Saatgutunternehmen nach wie vor vollzieht. War es vor drei Jahren noch etwa ein Drittel des weltweiten Saatguthandels der von den 10 größten Unternehmen kontrolliert worden war, so liegt mittlerweile die Hälfte des weltweiten Marktes für Saatgüter in deren Händen. Die meisten von ihnen halten zahlreiche Saatgutpatente, die Gentech-Saaten gewinnen wachsende Marktanteile gewinnen. Dabei haben in den letzten Jahren die meisten der Gen-Giganten nicht nur Patente im Zusammenhang mit so genannten „Hauptnahrungspflanzen“, wie Weizen, Reis, Mais oder Soja erworben, sie bauen zusehends auch beträchtliche Anteile in Saaten für Obst und Gemüse auf. So hat beispielsweise Monsanto mit dem Erwerb von Seminis im Jänner 2005 ein führendes Unternehmen für Gemüse- und Obstsaaten erworben. Damit wurde Monsanto zu einem der führenden Unternehmen für Gemüse – und Fruchtsaaten, eine kanadische NGO schätzt im weltweiten Handel seinen Marktanteil auf etwa 23% bei Tomaten, 38 % für Gurkengewächse und etwa 25 % bei Zwiebel.
Patente schützen wen?
Mit dem juristischen Instrument der Patente wird „Geistiges Eigentum“ ausschließlich dem Patentinhaber zugesichert. Durch Biopatente werden alle anderen von der Nutzung dieser genetischen Ressourcen ausgeschlossen oder diese nur gegen Lizenzgebühren beanspruchen.
Bis zur Gründung der Welthandelsorganisation (WTO) war der Patentschutz vor allem ein national wirkender Schutzmechanismus. Erst mit dem "Abkommen über handelsbezogene Aspekte geistigen Eigentums" (TRIPS) der WTO wurden Patente und andere Schutzmechanismen für geistiges Eigentum nach dem Muster westlicher Industrieländer im globalen Maßstab durchgesetzt. Neben den juristischen und rechtlichen Zugangsbeschränkungen sind aber auch die technischen mitzubedenken, die insbesondere in den letzten Monaten wieder verstärkt ins Zentrum der zivilgesellschaftlichen Aufmerksamkeit gerückt wurden: Eine solche stellt etwa die „Terminatortechnologie“ dar. Vor einigen Monaten erst wurde bekannt, dass im Rahmen der Konvention über Biologische Vielfalt der wissenschaftliche Ausschuss über die Aufhebung des Moratoriums auf diese Kontrolltechnologien beraten soll, sodass in der kommenden Vertragsstaatenkonferenz in Curitiba/Brasilien, die im Mai stattfinden wird, die momentane Ächtung dieser Technologien fallen wird.
Freier Zugang
In nahezu allen Ländern hatten und haben Frauen bei der Entwicklung von Kulturpflanzen eine wesentliche Rolle gespielt. Nicht nur in der traditionellen Zucht von Landsorten haben Frauen wesentliche Beiträge geleistet, sie haben in Gärten, Kleinfeldern und Restflächen eine Vielfalt von Nutz- und Kulturpflanzen entwickelt und erhalten, die als Gemüse, Obst und Kräuter die tägliche Ernährung ergänzen und als wichtige Vitaminbringer gelten. Weltweit sind mehr als 1,3 Mrd. Bauern und Bäuerinnen vom freien Zugang zu Saatgut wichtiger Nutz- und Kulturpflanzen abhängig. Und um ein vielfaches mehr an Menschen hängt vom freien Zugang zu genetischen Ressourcen ab, wenn es um Quellen für Vitamine oder weitere Zusatznährstoffen geht, wie sie etwa Obst, Gemüse oder Kräuter bereithalten. Die verschiedensten Initiativen von Regierungen auf internationaler Ebene, ob im Rahmen der FAO oder im Rahmen verschiedener UN-Umweltkonventionen, wie der so genannte Saatgutvertrag der FAO oder die Konvention über die Biologische Vielfalt, haben es bisher kaum geschafft, den freien Zugang zu oder die freien Nutzungsrechte an genetischen Ressourcen für arme Männer und Frauen, landlose Frauen und Männer oder KleinbäuerInnen zu sichern. Im Gegenteil - Geistige Eigentumsrechte an Organismen, Teilen davon oder ihren Eigenschaften, wo Patente, Copyrights oder ähnliche juristische Instrumente, die einzelnen kommerziellen Akteuren die ausschließlichen Nutzungsrechte einräumen, genießen einen ungleich stärkeren Rechtsschutz. Im Rahmen des Rechts auf Nahrung wären Staaten – national und international - verpflichtet, die Rechte von KleinbäuerInnen, armen/landlosen Frauen und Männern und indigenen Gemeinschaften im Zugang und der Nutzung von genetischen Ressourcen zu respektieren und gegen Übergriffe von Dritten zu schützen.
Das Versagen der Staaten bzw. von Regierungen, ihren menschenrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen, kann einmal mehr nicht anders als der mangelnde politische Wille interpretiert werden, Armut und Hunger weltweit wirksam entgegenzutreten und durch die ihnen zu Gebote stehenden Mittel zu bekämpfen.
(c) Gertrude Klaffenböck, Mitarbeiterin bei FIAN Österreich
rosenherz - 20. Dez, 00:37
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Seit etwa 8000 Jahren wird Brot gebacken. Das Wort Mahlzeit stammt aus der Zeit, wo der Hauptbestandteil des Essens aus frisch gemahlenen oder gequetschten Getreide bestand. Bevor das Essen also gegessen werden konnte, musste Getreide gemahlen werden: Mahl-Zeit.
1840 wurde die dampfbetriebene Walzmühle erfunden. Sie machte es möglich, große Mengen Getreide zu weißen Mehl zu verarbeiten. Dabei wird der mit Nährstoffen hochkonzentrierte Keimling und die Randschichten mit wertvollen Ballaststoffen, den Vitaminen, Mineralstoffen und lebenswichtigen Fettsäuren entfernt. Das helle Weizenbrot trat seinen Siegeszug um die Welt an.
Das Schälen des Getreides ist technisch sehr aufwändig und verursacht entsprechende Mehrkosten. Trotzdem ist Weißmehl ungleich billiger als Vollkornmehl - soviel zu den Gestzen des Marktes.
rosenherz - 20. Dez, 00:18
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